Die Chronik
Auch ohne Zeitzeugen der Vereinsgründung zu sein, blicken
wir mit Stolz auf 100 Jahre Vereinsgeschichte zurück. Das ist eine lange Zeit,
in der sich viel ereignet hat.
Alles begann damit, dass sich tennisbegeisterte Hamborner
und gleichgesinnte „Zugereiste“ zusammenfanden, um am 08.04.1907 einen Verein
zu gründen, den „ Marxloher Tennisclub“.
25 Gründungsmitglieder zählte der neue Verein, der für seine
Einplatzanlage auf einem Grundstück des Hofes Schulte-Marxloh
die Pachtgebühr von 200 Mark aufbringen musste.
Ein Jahr später wurde bereits das erste Turnier ausgetragen.
Die Damen trugen damals helle Röcke, die stets bis zu den Knöcheln reichten und
Blusen mit Stehkragen. Dazu große, verzierte Hüte, die auch beim Spielen nur
selten abgesetzt wurden. Die Sportbekleidung der Herren bestand aus einem
weißen Hemd zu einer ebenfalls weißen Woll- oder Flanellhose.
1910 genehmigte die Stadt Hamborn den Bau eines kleinen
Häuschens als Regenschutz und zur Aufbewahrung der Geräte. Die Baukosten
betrugen 500 Mark.
Leider reißen die Aufzeichnungen 1913 ab. Erst 1921, drei
Jahre nach dem 1. Weltkrieg, werden sie fortgeführt. In diesem Jahr erfolgte
die Eintragung ins Vereinsregister unter dem neuen Namen „ Hamborner Tennisklub
e.V.“
Aufgrund der ständig anwachsenden Mitgliederzahl wurde die
Einplatzanlage bald zu klein, so dass man auf umliegende Plätze ausweichen musste.
Zunächst auf den Platz des Thyssen-Casinos in Bruckhausen,
später, etwa ab 1924, wurde der Tennisplatz des Sportvereins Union Hamborn im Wechsel
mitbenutzt. Aber auf Dauer war das keine Lösung und so griff man zu, als sich
1925/26 die Gelegenheit bot, ein Grundstück am Mattlerbusch zu pachten, auch
gegen die Bedenken vieler Mitglieder, die die Lage als „ viel zu weit draußen“
erachteten.
1927 wurden auf dem neuen Gelände zunächst zwei Tennisplätze
errichtet und der Spielbetrieb aufgenommen. Bis 1933 kamen dann noch zwei
weitere Plätze hinzu, so dass nun auf vier Plätzen gespielt werden konnte. Die
damals hergerichteten Plätze sind die Plätze 1 – 4, auf denen wir heute noch
spielen.
Das erste Clubhaus, das hier errichtet wurde, war eine Art „Einraum-Hütte“,
die dazu bestimmt war, Gerätschaften wie Netze, Bälle und Kreidetonnen zu
deponieren. Zur Spielerunterkunft taugte sie noch nicht. Zu diesem Zweck wurde
die Hütte nach und nach vergrößert, so dass mit der Zeit außer einem
Gemeinschaftsraum mit kleiner Terrasse auch Damen- und Herrenumkleideräume,
kalte Duschen und Toiletten entstanden. Bewirtschaftet war dieses Clubhaus noch
nicht. Außer Mineralwasser, das es damals hier schon gab, brachte man sich
alles Notwendige von zu Hause mit.
Zu dieser Zeit gehörte der Verein bereits dem
Niederrheinischen Tennisverband an. Freundschaftsturniere wurden ausgetragen z.
B. gegen Oberhausen, Sterkrade, Emmerich, Wesel, Meiderich oder Bocholt. Die
Anreise zu Turnieren außerhalb erfolgte mit öffentlichen Verkehrsmitteln, kaum
jemand besaß ein Auto.
Die nächste größere Veränderung stand 1940 an, als unser
Club mit dem Tennisverein von Grün-Weiß-Holten, einem finanzkräftigen Verein,
fusionierte. Der Zusammenschluss war im Sinne beider Vereine, denn die Holtener, überwiegend Angehörigen der Ruhrchemie, hatten
das Geld und unser Verein die Plätze. Der Holtener
Verein hatte seine verloren, weil das Gelände für neue Werksanlagen benötigt
wurde.
Trotz des Ausbruchs des 2. Weltkrieges konnte noch bis zum
Sommer 1941 gespielt werden. Ab 1942 musste der Spielbetrieb dann eingestellt
werden. Nach Kriegsende war die Anlage völlig verfallen, das Clubhaus teilweise
zerstört, alles noch Verwertbare gestohlen. Zum Wiederaufbau fehlten die
Mittel. Erst im Winter 1949/50 fand man sich zur Wiedergründung zusammen und
gab dem Club seinen heutigen Namen: Tennisklub am Mattlerbusch e.V. Dank der
zahlreichen Spenden Freiwilliger und der kräftigen Unterstützung der Ruhrchemie
konnten zwei Plätze soweit hergerichtet werden, dass im Frühjahr 1950 der
Spielbetrieb wieder aufgenommen werden konnte. Im folgenden Jahr wurden die
Plätze 3 und 4 instand gesetzt und nach den Plänen unseres damaligen zweiten
Vorsitzenden ein massives Clubhaus gebaut, das im September 1951 seiner
Bestimmung übergeben wurde.
Zur Errichtung von zwei zusätzlichen Plätzen wurde nach
zähen Verhandlungen weiteres Gelände von der Stadt Duisburg gepachtet. Dank der
Spenden einiger Mitglieder und der Unterstützung der August-Thyssen-Hütte, zu
der unser damaliger 1. Vorsitzende gute Verbindungen
hatte, konnte ab 1954 auf sechs Plätzen gespielt werden.
Wegen der ansteigenden Zahl der Mitglieder wurde bei der
Jahreshauptversammlung im Januar 1964 beschlossen, das Clubhaus zu erweitern.
Nach schwierigen Verhandlungen mit Stadt und Land wegen der
Zurverfügungstellung von Mitteln, wurden im Winter 1965/66 die
Erweiterungsmaßnahmen durchgeführt. Die Mehrkosten konnten durch Spenden
gedeckt werden.
In den Jahren 1969/70 wurde erstmalig darüber nachgedacht,
eine Tennishalle zu bauen. Der Plan musste aber zurückgestellt werden, weil die
Kosten nach den Ermittlungen des Bauausschusses weit höher als geplant waren.
Erst im März 1972 wurde die Errichtung der Halle beschlossen, die anschließend
gebaut und in Betrieb genommen wurde.
Nach Bewilligung entsprechender Mittel wurde 1974 ein
siebter Tennisplatz gebaut und die Plätze fünf und sechs generalüberholt.
Etwa zur gleichen Zeit kam der Wunsch auf, das Clubhaus
umzubauen. Aber auch dieses Projekt musste aus finanziellen Gründen erst einmal
zurückgestellt werden. Erst im Januar 1978 konnten die Arbeiten beginnen, die
daraus bestanden, das vorhandene Clubhaus teilweise abzureißen und einen Neubau
zu errichten. Im Januar 1980 konnte dann schließlich das neue Clubhaus, zur
Freude aller Mitglieder, die während der Bauphase erhebliche Behinderungen in
Kauf genommen hatten, in seiner jetzigen Form seiner Bestimmung übergeben
werden.
Eine weitere Instandsetzung der Plätze stand Mitte der 80er
Jahre an, als die Plätze drei und vier saniert werden mussten. Außerdem griff
der Verein in den Jahren zwischen 1992 und 1995 noch einmal tief in die Tasche
und ließ die Terrasse überdachen und die Fläche rund um das Clubhaus neu
pflastern. Außerdem wurde der Fahnenmast aufgestellt und die Mitgliedskarten,
und damit ein neues Anmeldesystem für die Platzbenutzung, eingeführt.
1989 galt es noch einmal, eine große Hürde zu überwinden.
Der Pachtvertrag mit der Stadt Duisburg war abgelaufen. Neuer Besitzer des
Areals war aber inzwischen, was beim TKM
niemand wusste, der Revierpark geworden .Die Parkverwaltung
war allerdings nur zu einer zehnjährigen Vertragsverlängerung, versehen mit
etlichen Einschränkungen, bereit. Nach zweijährigen zähen
Verhandlung und unter Einschaltung von Stadt, Land und Bund wurde das Gelände
des Vereins letztendlich wieder der Stadt Duisburg übertragen, die dann mit uns
erneut einen Vertrag über dreißig Jahre abschloss.
Zahlreiche weitere Sanierungen, die keinen Aufschub
duldeten, mussten in den letzten zehn Jahren durchgeführt werden, um die
Substanz der Anlage zu erhalten.
Auch in sportlicher Hinsicht waren die 100 Vereinsjahre eine
bewegte Zeit.
Währen sich in den ersten Vereinsjahren die Aktivitäten auf
zahlreiche Freundschaftsturniere, die oft einen feucht-fröhlichen Ausklang
fanden, beschränkten, nahm seit Ende der 50er Jahre die erste Herrenmannschaft
an der Medenrunde teil und konnte sich viele Jahre in
der A-Klasse behaupten. Allein in den Jahren zwischen 1958 und 1963 haben sich
Spieler unseres Clubs insgesamt neun Stadtmeistertitel errungen. Auch für
unsere Jugendabteilung stand eine erfolgreiche Phase bevor. Sie tauchte in den
70er Jahren immer wieder auf den vorderen Tabellenplätzen auf und erkämpfte
sich in dieser Zeit 33 Stadt- und 14 Bezirksmeisterschaften. Zu erwähnen wäre
noch die damalige 1.Herrenmannschaft, die in der ersten Hälfte der 80er Jahre zweimal
den Aufstieg in die Bezirksliga schaffte.
Ende der 80er und Anfang der 90er Jahre war dann auch unser
Verein von der Abwanderung talentierter Jugendlicher betroffen, die ihre Chance
nutzten, trotz der Förderung seitens des TKM und privater finanzieller
Unterstützung, in anderen Vereinen in einer höheren Klasse zu spielen.
In der folgenden Zeit, etwa 1989 bis 1999 konnten noch
einmal zahlreiche Meisterschaften auf Stadt-und Bezirksebene erkämpft werden.
Derzeit spielen zwei Mannschaften unseres Vereins in der
Bezirksliga.
Was vor 100 Jahren mit 25 Mitgliedern begann, war 1957,zum 50. Jubiläum, bereits auf 220 Mitglieder gewachsen.
Schon damals spielten 96 Jugendliche im Verein.
Trotz allgemein rückläufiger Tendenz, einige Vereine haben
ihre Tennisabteilungen bereits geschlossen, verzeichnet unser Verein eine ständig
wachsende Mitgliederzahl. Zur Zeit bietet er 392 Mitgliedern
eine sportliche Heimat. Die Anzahl der Jugendlichen, es sind im Moment 90 zeugt
davon, dass die Jugendarbeit allen Vorständen des TKM zu allen Zeiten stets
besonders am Herzen lag.
Bei dem einen oder anderen älteren Vereinsmitglied werden
beim Lesen dieser Chronik vielleicht Erinnerungen geweckt.
Den jüngeren Lesern wird möglicherweise klar, dass dieses
Erbe es wert ist, erhalten zu werden.
Trotz aller Bemühungen erhebt diese Chronik keinen Anspruch
auf Vollständigkeit. Bestimmt wäre die eine oder andere, den Autoren nicht bekannte, Begebenheit noch erwähnenswert gewesen. Auch wurde
auf Namen bewusst verzichtet, denn es waren im Laufe des Jahrhunderts zu viele
Mitglieder und Freunde des TKM, die den Verein in irgendeiner Form unterstützt
haben, um sie alle namentlich zu erwähnen.

